Und der zweite Tag direkt hinterher.
Großer Frusttag
Dienstag, 06.10.2009, Jump Creek Falls, Frustfahrt, Shoshone Falls
Heute bin ich kurz vor 07:00 Uhr aufgestanden. Nach der Morgentoilette gab es zum Frühstück Bagels. Es war wieder richtig kalt und ich musste Eis kratzen, Gott sei Dank gab es einen Eiskratzer. Heute stand die Fahrt nach Jordan Valley an. Nach dem Auschecken bin auf der ID55 nach Marsing gefahren. Bei der Abfahrt schien die Sonne, aber als ich zum Snake River kam, wurde es nebelig, der ekelig dicht war. Ein paar Amis nahmen darauf keine Rücksicht und bretterten an mir vorbei. Ich fuhr noch einmal zum BLM und dort wurde mir gesagt, dass man den Owyhee Uplands Back Country Byway morgen wieder fahren könnte. Diese Aussage stimmte mich froh.
Heute Morgen wollte ich mir auf dem Weg nach Jordan Valley noch einen Wasserfall anzuschauen. Auf der ID55, US95 und Cemetery Rd fuhr ich ein kurzes Stück nach Westen. Dann fuhr ich auf der South Jump Creek Road (die letzten 1,5 Meilen Gravelraod) nach Süden bis zur Jump Creek Recreation Area, die direkt am Eingang des Jump Creek Canyon liegt.
Ich schnappte mein Fotorucksack und mein Stativ und machte mich fertig für den kurzen Hike zu den Jump Creek Falls. Der Jump Creek Falls Trail geht immer am Jump Creek entlang und ist nur etwa eine viertel Meile lang. Ich habe Wasser im Jump Creek gesehen, also musste auch Wasser in den Fälle sein. Die bizarren Felsen sind auch hier vulkanischen Ursprungs und ragen bis zu 600 Feet hinauf. In dem schmalen Jump Creek Canyon sah es bei dem Nebel richtig gespenstig aus.
Einmal musste ich den Creek überqueren. Es lagen aber Steine im Creek und so kam ich trockenen Fußes auf die andere Seite. Der kurze Trail endet am 60 Feet hohen Wasserfall an der Mündung zum Oberlauf des Canyon mit einem kleinen Pool darunter.
Ich machte ein paar Fotos und wartete. Ich hoffte, dass sich der Nebel verzieht.
Aber der Nebel dachte gar nicht daran, zu verschwinden. Ich ging zum Auto zurück und fuhr auf der US95 nach Süden. Als ich in die Berge kam, lichtete sich der Nebel und die Sonne kam wieder heraus.
Ich wollte jetzt nach Jordan Valley, dort übernachten und am nächsten Tag auf der 100 Meilen langen Backroad nach Twin Falls fahren. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kam ich in Jordan Valley kurz nach 11:00 Uhr an und fuhr gleich zur Tankstelle, wo ja auch das Motel Office war. Bevor ich nach einem Zimmer fragte, fragte ich nach der Backroad. Der Tankstellenboss sagte zu mir: "No Chance, there is snow in the mountain - at least 10 inches".
Ich glaube, mir viel die Kinnlade runter und ich bekam weiche Knie.

Ich wusste nicht, ob ich heulen, lachen oder fluchen sollte. Da hat man mir doch beim BLM gesagt, dass die Backroad am Mittwoch wieder befahrbar sei. Ich sagte das dem Boss und er meinte nur, dass die Sesselpupser - ich glaube, er sagte so etwas wie office sitter - vom BLM keine Ahnung hätten. Ich fragte ihn, wie lange es dauern würde, bis man wieder fahren könnte. Er meinte nur: Wenn man Pech hat, muss man bis zum nächsten Jahr warten. Ich war jedenfalls am Boden zerstört und wusste im ersten Augenblick nicht, was ich machen sollte. Ein Cowboy, der auch in der Tankstelle war, sagte, dass er gerade aus den Bergen kommt und zeigte auf seinen Pickup Truck. Es war ein großer Pickup Truck mit richtig großen Reifen und er war von unten bis oben mit Schlamm bedeckt. Der Tankstellenboss meinte dann noch, falls ich es doch versuchen wollte, dann würde er mich schon aus den Bergen abschleppen und grinste dabei.
Ich fuhr erst einmal zu dem kleinen Cafe, in dem ich schon einmal war und trank einen Cappuccino und überlegte was ich jetzt machen sollte. Ich wollte ja nach der Backroad in Twin Falls übernachten und dann nach Nevada fahren. Ich sagte mir, dann fahre ich auf Asphalt nach Twin Falls und fahre dann wie geplant nach Nevada. Jedenfalls war ich am Boden zerstört und stinksauer, vor allem auf den BLM in Marsing.

Da habe ich zwei - eigentlich waren es fast drei - Tage richtig verplempert und bin in der Gegend herumgeeiert, nur um die eine Backroad zu fahren und jetzt ging es nicht. Wenn ich das vorher geahnt hätte, dann wäre ich doch lieber nach Washington gefahren.
Ich machte mich auf und fuhr auf der U95 wieder zurück. In den Bergen konnte man jedenfalls die schneebedeckten Bergspitzen sehen.
Kurz nach 15:00 Uhr kam ich in Twin Falls an und checkte wieder im Super 8 Motel ein. Auch hier erkannte man mich wieder und ich bekam das gleiche Zimmer wie beim ersten Mal. Es war ja noch Zeit, die Sonne schien und ich fuhr deshalb noch zu den Shoshone Falls. Heute war das Kassenhäuschen nicht besetzt und ich fuhr weiter zum Viewpoint. Aber wie schon bei den Twin Falls war nur wenig Wasser in den Fällen.
Ich weiß nicht, ob die Twin Falls und Shoshone Falls im Frühjahr mehr Wasser haben. Jedenfalls lohnt es sich nicht, extra dorthin zu fahren wenn sie so wenig Wasser haben.
Dann fuhr ich noch nach Barns & Nobles und wurde auch fündig. Nach dem Tanken holte ich mir bei Subway ein Turkey and Black Forest Ham Sandwich. Im Motel habe ich das Sandwich mit einem Bier hinunter gespült. Der Frust saß immer noch tief und ich genehmigte mir noch ein zweites Bier. Anschließend sicherte ich die paar Bilder, schrieb meinen Frust ins Tagebuch und surfte dann noch etwas im Internet. Morgen sollte es auf jeden Fall wieder schönes Wetter geben. Von der langen Fahrt war ich müde und ging bald ins Bett.