Rainer, dann warst Du der erste, den ich kenne, der an der Westküste so viel Glück hatte mit dem Wetter hatte.
So, es geht wieder weiter:
Regentag = Shopping-Tag
Eigentlich hatte ich ja vor gehabt, zwei Tage an der Küste zu bleiben. Aber das Wetter hatte leider etwas dagegen.
Den Tag kann man getrost unter - na ja muss doch nicht sein - einstufen, aber der Vollständigkeit halber müsst ihr auch solche Tage ertragen.
Samstag, 19.09.2009, Shimanek Covered Bridge, Silver Falls SP
In der Nacht wurde ich durch ein Geräusch wach - der Regen prasselte auf das Dach. Na toll, es sollte ja heute schlechtes Wetter geben, aber muss ich deswegen in der Nacht geweckt werden. Ich drehte mich noch einmal um und schlief nach einiger Zeit auch wieder ein. Um 7:00 Uhr wurde ich wieder wach und schaute aus dem Fenster, es regnete Bindfäden. Frühstück sollte es erst um 9:00 Uhr geben - solange wollte ich aber nicht warten. Nach der Morgentoilette lud ich das Gepäck ins Auto und fuhr los. Der Regen hat sich geändert von Bindfadenregen in Sprühregen.
Zuerst fuhr ich noch an der Küste nach Norden. Heute Morgen konnte man keinen Horizont an der Küste erkennen. Das graue Meer ging ohne Übergang in den grauen Himmel über. Bei Yaquina fuhr ich über die Yaquina Bay Bridge. Es war alles grau in grau.
Ich verspürte ein leichtes Hungergefühl, außerdem fehlte mir der Morgenkaffee. Kurz hinter Newport hielt ich an einem Restaurant und bestellte mir ein amerikanisches Frühstück mit Eggs, Sausage und Bratkartoffeln. Dazu gab es wieder Kaffee bis zum Abwinken.
Eigentlich wollte ich noch zum Yaquina Head Leuchtturm, aber es regnete wieder stärker und ich verzichtete dorthin zu fahren. Ich überlegte, was ich machen sollte und entscheid mich, nach Portland zu fahren und schon einmal einzukaufen. Von Newport fuhr ich auf der US20 nach Albany. Das Wetter änderte sich nicht wirklich, nur die Intensität des Regens änderte sich - von heftig über Sprühregen in Normalregen. Auf der I-5 wäre ich schnell in Portland, aber es gab ja noch etwas zu sehen und so fuhr ich weiter nach Osten nach Scio. Nicht weit davon ist die Shimanek Covered Bridge.

Die Shimanek Covered Bridge ist die neueste und längste (130 Feet) Covered Birdge im Linn County. Die erste Brücke soll 1861 hier errichtet worden sein, aber es gibt keine Aufzeichnungen mehr darüber. Die erste dokumentierte Covered Bridge wurde 1891 erbaut und kostete 1150 $. Im Laufe der Jahre wurde die Brücke mehrmals zerstört und wieder neu aufgebaut. Die heutige Covered Bridge wurde 1966 erbaut. 2002 wurden noch einmal größere Reparaturen durchgeführt aufgrund der Schäden, die 1996 durch eine Flut entstanden sind. Anders als die meisten anderen Covered Bridges in Oregon (weißer Anstrich) hat die Shimanek Covered Bridge einen roten Anstrich.
Dann fuhr ich zum Silver Falls SP, der nicht weit von der Shimanek Covered Bridge entfernt ist. Das ist einer der wenigen State Parks in Oregon, in dem ich Eintritt, 3 $, bezahlen musste. Es regnete nur noch leicht, ich zog die Regenjacke an, schnappte mir mein Fotorucksack und stiefelte mit dem Stativ und Regenschirm unter dem Arm los. Ich war gespannt, ob es überhaupt im Herbst einen Wasserfall zu sehen gab. Der Weg zum South Fall war nicht weit und schon nach kurzer Zeit stand ich am Viewpoint. Ich spannte den Regenschirm auf und stellte das Stativ mit Kamera auf. Eigentlich hätte ich drei Arme und Hände gebraucht, zwei Hände zur Bedienung von Kamera und Stativ und eine Hand, die den Regenschirm hielt. Jedenfalls wünschte ich mir, dass es zumindest beim Fotografieren aufhört zu regnen.

Der South Fall hatte zwar nicht so viel Wasser wie ich ihn auf den Bildern gesehen habe, aber mit seinen 177 Feet Höhe war er doch recht ansehnlich. Ich ging auch den Pfad hinunter zum Wasserfall. Auf dem ersten Stück war der Pfad noch asphaltiert und auf dem steilen Stück war es recht ruschig. Unten war es ein Schotterweg. Ich bin aber unbeschadet unten angekommen.
Man kann auch hinter dem Wasserfall hindurch laufen.
Als ich unten die Runde fast beendet hatte, fing es wieder an stärker zu regnen. Ich machte trotzdem noch ein Foto.

Es gibt mehrere Wasserfälle im SP und eigentlich wollte ich mir den einen oder anderen Wasserfall noch anschauen. Aber die Pfade waren schon durchgeweicht und so verzichtete ich auf die anderen Wasserfälle und ging zum Auto zurück. Ich fuhr weiter nach Portland, genauer nach Clackamas im Osten von Portland. Hier checkte ich im Days Inn ein, brachte das Gepäck ins Zimmer und machte erst einmal eine Ruhepause. In den Yellow Pages habe ich gesehen, dass es nicht weit vom Days Inn eine Shopping Mall gibt. Ich wollte sowieso etwas einkaufen und nach Büchern schauen. Auf der Fahrt zur Mall kam ich an einem Baskin 31 vorbei und konnte nicht widerstehen. Die Eiscreme dort schmeckte mir und bei jedem USA-Besuch ist mindestens ein Eis fällig. Danach fuhr ich zur Shopping Mall. Hier gibt es auch ein Barnes & Nobles und ich schaute mich in dem Buchladen gründlich um. Es gibt auch verschiedene Sitzgelegenheiten und nachdem ich mir ein paar Bücher herausgesucht hatte, verzog ich mich auch in eine Sitzecke und schaute mir die Bücher genau an. Gekauft hatte ich mir dann: „Oregon’s Dry Side - Exploring East of the Cascade Crest“, Idaho Moon Handbook und DeLorme Street Atlas von Oregon und Idaho. Ich war lange im Buchladen und als ich wieder nach draußen kam, hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne kam auch ein paar Mal hervor. Es war aber schon zu spät, um noch etwas zu unternehmen. Neben dem Motel hatte ich einen Pub entdeckt - ich kam gerade richtig zur Happy Hour. Mit meinem Nachbarn am Tresen kam ich schnell ins Gespräch und wie so oft: Seine Ur-Großeltern kamen aus Deutschland. Zum Abendessen gab es einen Burger - viel mehr hatte der Pub nicht zu bieten. Den spülte ich noch mit einem Bier hinunter.
Im Motel erledigte ich die abendlichen Routinearbeiten und meldete mich kurz im Forum. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag wieder besseres Wetter voraus. Mit der Hoffnung, dass es auch so sein wird, ging ich bald ins Bett.
Und die Tagesroute: