Ernst, Carmen, schön, dass ihr auch dabei seid.
So jetzt geht es weiter, die Tour beginnt.
Volcanic Day
Mittwoch, 16.09.2009, Lassen Volcanic NP, Subway Cave
Ich wurde erst gegen 06:00 Uhr wach und bin auch gleich aufgestanden. Nach dem Duschen, usw. habe ich schon die ersten Sachen ins Auto gebracht und dann gefrühstückt. Es gab Kaffee, Cereal und Toast. Dann lud ich den Rest ins Auto, checkt aus und fuhr um 06:45 los. Es war angenehm warm und es gab die normal üblichen Morgenwolken, die ich schon früher in SF erlebt hatte. Aber das sollte sich im Laufe des Tages ändern.
Ich wollte um diese Zeit nicht durch San Francisco fahren und bin deshalb in einem großen Bogen um San Francisco herum gefahren: Auf der CA92, I-880, I-580, I-680, I-80, I-505, I-5 ging es nach Norden. Eigentlich hätte ich nicht erwartet, eine Strassen-Maut zu bezahlen, aber an einer Brücke hat es mich doch erwischt, ich musste 4 $ bezahlen.

Es war um diese Zeit schon viel Verkehr und an ein paar Stellen konnte man schon fast von einem Stau sprechen. Aber je weiter ich nach Norden kam, desto weniger wurde der Verkehr.
In Red Bluff fuhr ich von der I-5 ab und fuhr zuerst zum Chamber of Commerce. Hier holte ich mir ein paar Infobroschüren und fragte, wo sich der AAA befindet. Dort holte ich mir neue Maps und Tourbooks vom Nordwesten. Das Wetter hat sich drastisch geändert, die Sonne schien und es gab unangenehme Temperaturen - so etwa knapp über 90 Grad Fahrenheit.
Dann wollte ich tanken, aber die Zip-Codes, die ich eingegeben hatte, funktionierten nicht und ich musste mit der Kreditkarte innen bezahlen. Das passierte mir ein paar Mal auf der Tour.
Kurz vor meiner Tour hatte ich Thomas eine PN geschickt und ihn gefragt, wo er in Nord-Kalifornien und Oregon war und ob er mir ein paar Infos zukommen lassen könnte. Er schickte mir eine elenlange Antwort -
Thomas, Danke noch einmal dafür - und brachte mich damit in Schwierigkeiten. Es waren zwar Location dabei, die ich vor etlichen Jahren schon gesehen hatte und er brachte mich kurzzeitig von meinem Hauptgebiet Oregon und Washington ab. Ich hatte dann die Location in Nord-Kalifornien eingeplant und musste dann feststellen, dass ich dafür zuviel Zeit verbrauchte und kam schließlich zu dem Entschluss, dass ich nur zum Lassen Volcanic NP fahre, den ich noch nicht kannte.
Von Red Bluff fuhr ich also auf der CA36 zum Lassen Volcanic NP. Hier habe ich mir gleich einen neuen Annual Pass gekauft, denn ich hatte ja vor, ein paar National Park aufzusuchen. Im Visitor Center sagte man mir, dass der Trail zum Lassen Peak (3187 m) geschlossen ist, er war teilweise verschüttet und man empfahl mir den Trail zur Bumpass Hell. Dort wollte ich sowieso hin.
Der ursprüngliche große Vulkan Tehama brach in sich zusammen und dadurch entstanden etliche kleinere Vulkane. Der Lassen Peak entstand dadurch, dass erstarte Lava nach oben gedrückt wurde. Durch eine Vielzahl von Ausbrüchen sorgte der Lassen Peak - es sollen in der Zeit von 1914 bis 1917 etwa 280 Ausbrüche gewesen sein - dafür, dass die Umgebung sein heutiges Aussehen erhielt. Der Lassen Peak schläft seit Anfang der 1920er Jahre, zählt aber immer noch zu den aktiven Vulkanen. Heute kann man im Nationalpark erstarrte Lava, blubbernde und kochende Schlammlöcher und heiße Quellen und Fumarole bewundern.
Nach dem kurzen Aufenthalt im Visitor Center, fuhr ich durch die tolle Berglandschaft.
Bei Sulphur Works, einem weniger sensationellem hydrothermalem Gelände, hielt ich nur kurz an, fuhr aber schnell weiter, denn es tat sich nicht viel. Auch für die Nase war es nicht so angenehm - es roch unangenehm nach faulen Eiern.
Einer der vielen Seen ist der Emerald Lake.
Danach steuerte ich einen Parkplatz an, der auch gleichzeitig der TH zur Bumpass Hell ist. Es standen etliche Autos hier und ich befürchtete, dass auf dem Weg nach Bumpass Hell viel los ist. Aber dem war Gott sei Dank nicht so. Ich fragte mich allerdings, wo die ganzen Leute sind. Der Hike zum Bumpass Hell (Roundtrip) beträgt lt. Parkbeschreibung 4,8 km, nach meinem GPS-Gerät waren es 5 km. Ich schnappte mir meinen Rucksack, füllte die Wasserflasche, setzte den Hut auf - das Haupthaar ist leidern nicht mehr so dicht wie früher - und stiefelte los. Zuerst ging es immer leicht bergauf, aber man merkte es kaum. Vom Trail hat man immer wieder schöne Ausblicke auf die tolle Berglandschaft.
Dann sieht man Bumpass Hell unter sich.
Es geht jetzt etwa 100 Meter in Serpentinen hinunter zu dem kleinen Hydrothermalgebiet. Bumpass Hell ist der größte hydrothermale Bereich im Nationalpark. Der Name stammt von einem frühen Siedler, der nach einem Sturz in einen kochenden Pool sich sein Bein so schwer verbrannt hatte, dass man es ihm abnehmen musste.
Bumpass Hell liegt in einem breiten Becken mit mehreren Dampf-Pools. Die Erde ist vielfarbig - orange, braun, gelb und grün gefärbt von Schwefel und anderen Mineralien. Zusammen mit dem tiefen Blau des Himmels und dem Aquamarin der Pools ist der Anblick sehr schön und bunt.
Der Big Boiler soll einer der heißesten Fumarolen in der Welt sein, man hat schon Temperaturen von 161° C gemessen. Deshalb wird eindringlich darauf hingewiesen, dass man unbedingt auf den Holzstegen bleiben soll.
Was ich nicht verstehen kann ist, dass die Leute irgendwelches Zeug in die Pool und Schlammlöcher werfen. Ich hoffe aber, dass die Flasche aus Versehen in den Pool gefallen ist.
Der Pool „Fool of Gold“ bekam seine Namen von dem schwarzes Zeug, das auf der Oberfläche schwimmt. Es ist Pyrit, das ja auch als Fools Gold bekannt ist.
Am Rande des Hydrothermalgebiets gibt es einen kleinen Kaltwasser-Pool.
Auf dem Holzsteg geht es wieder zurück.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz taucht sehr oft der Lassen Peak durch die Bäume auf.
Wie der Emerald Lake befindet sich der Lake Helen auch direkt an der Rark-Road, im Hintergrund der Lassen Peak.
Ich hatte ja eine längere Anfahrt zum Lassen NP und hatte eigentlich auch nicht viel Zeit für den Park eingeplant. Der Park hat mir gefallen und wenn ich noch einmal eine Nord-California-Tour plane, werde ich auch mehr Zeit für den Lassen Volcanic NP einplanen. Aber ich wollte ja noch etwas anderes sehen und so fuhr ich zum Ausgang des Parks. Einen kleinen Stopp machte ich noch beim Manzanita Lake. Auch hier thronte der Lassen Peak über dem See.
Auf der CO44 und CO89 ging es nach Norden. Hier war viel der Wald verbrannt und der Brand schien noch nicht so lange her zu sein. Eine viertel Meile nördlich der Junction vom Highway 44 und 89 ging es rechts ab und nach etwa 300 Meter hatte ich mein nächstes Ziel erreicht, die Subway Cave. Thomas hatte mir noch gesagt, dass sich die Subway Cave lohnt. Und ich muss sagen, dass er Recht hat.
Vor etwas weniger als 20000 Jahren floss Lava in großer Menge aus mehreren Spalten und bedeckte das Hat Creek Valley. An der Oberfläche kühlte sich die Lava ab und es bildete sich eine Kruste. Darunter floss die Lava ungehindert weiter und es bildeten sich Tunnel. Nachdem die Lava abgeflossen war, blieben die röhrenförmigen Höhlen übrig. Die Höhle wurde erst entdeckt als vor vielen Jahren die Decke einstürzte. Die Länge der Tube beträgt 1/3 Meile und die Höhe variiert von 6 bis 17 Feet. Die Subway Cave ist die größte Cave in diesem Gebiet.
Wenn man die Stufen in die Cave hinunter steigt, wird es merklich kühler. Die Temperatur in der Cave beträgt während des ganzen Jahres durchschnittlich 46 Grad Fahrenheit
In der Cave ist es stockdunkel. Wenn man weiter in die Höhle hineinlaufen will, benötigt man eine Taschenlampe. Ich bin etwas hineingelaufen und habe die Taschelampe ausgemacht und stand sprichwörtlich im Dunkeln. Leider hatte ich kein Blitzlicht dabei, Darum konnte ich nur Fotos im Taschenlampenlicht machen, die aber nichts Besonderes sind.
Dann fuhr ich auf der CA 89 weiter. Es ging viel durch Wald und die Fahrt zog sich zäh dahin. Dann schreckte ich auf, ich hatte ein Richtungsschild im letzten Augenblick gesehen: nach Kassel. Es ging zwar zu dem Ort, aber der schrieb sich mit „C“ - also Cassel. Es wurde immer später und die tief stehende Sonne blendete etwas. Etwa um 18:00 Uhr erreichte ich die Interstate 5. Auf der fuhr ich noch ein paar Meilen nach Weed.
Nach einer „Stadtrundfahrt“ durch Weed entschloss ich mich im Motel 6 ein Zimmer zu nehmen. Es war auch noch viel frei. Ich checkte ein und brachte das Gepäck ins Zimmer. Dann fuhr ich zum Tanken und holte mir im Subway ein Foot-long-Sandwich.
Beim Essen im Motelzimmer sicherte ich die Bilder und sonstige Daten und schrieb das Tagebuch. Ich hatte mir beim Einchecken für 2,99 $ den Internet-Zugang gekauft und meldete mich kurz im Forum. Es war ein langer Tag und ich war müde und ging etwa um 23:00 Uhr ins Bett.
Und hier die Maps des Tages: