Silke, dann hoffe ich, dass Dir der nächste Tag auch gefällt.
So es geht weiter.
Ein Mund voll ……
Mittwoch, 30.09.2009, Silver City Ghost Town, Bruneau Canyon Overlook, Bruneau Sand Dunes SP, Balanced Rock
Ich habe den Wecker auf 06:00 Uhr gestellt. Draußen war es noch dunkel als er mich wach klingelte. Nach dem Frühstück lud ich das Gepäck ins Auto und fuhr etwa um 07:00 Uhr los. Es sollte heute zur schönsten Ghost Town in Idaho gehen, nach Silver City. Es wird auch gesagt, dass Silver City die "Queen of Idahos Ghost Town" sein soll. Zuerst fuhr ich auf der ID45 nach Süden. Das Wetter war OK und die Sonne schien. Als ich zum Snake River hinunter fuhr, konnte ich sehen, dass über den Owehee Mountains noch Wolken hingen.

Ich hoffte, dass sie sich auflösen würden. Auf der ID78 fuhr ich weiter nach Süden. Ein paar Meilen nach Murphy geht rechts eine Road (Silver City Road) ab, die in die Owehee Mountains führt. Am Abzweig stehen Schilder mit historischen Informationen aus der Gegend. Die ersten paar Meilen ist die Silver City Road noch asphaltiert, danach ist sie eine Gravelroad. Ich habe gelesen, dass die Road schmal und kurvig sein soll. Es gab zwar ein paar schmale Stellen, an denen man langsam fahren musste, aber für mich war die Road in Ordnung gewesen. Bis auf einige wenige Stellen hätte man es auch mit einem Pkw geschafft, ein HC ist auf jeden Fall vorteilhaft. Im Winter ist die Road geschlossen und im Frühjahr kann die Road noch unpassierbar sein. Sommer und Herbst sind die besten Monate für einen Besuch von Silver City.
Die Fahrt hinauf in die Berge ist fantastisch, mit tiefen Canyons, Felsformationen und unglaublichen Ausblicken.
Es geht vom Snake River, etwa 700 Meter, hinauf auf einen Pass - über 2000 Meter hoch. Hier oben war es recht frisch. Ein paar Meilen nach dem Pass kommt man zu einem T-Abzweig. Rechts geht es auf einer 4WD-Road nach Jordan Valley in Oregon und nach links kommt man nach Silver City. Kurz nach dem Pass kann man in das Tal schauen, in dem Silver City liegt. Leider haben sich die Wolken nicht verzogen. Auf den Bergen lag auch etwas Neuschnee.
Etwas mehr als einer halben Meile nach dem Abzweig kommt man nach Silver City.
Silver City liegt in der Owyhee Mountain Range an der Grenze von Idaho und Oregon. 1863 wurde Gold von einer Prospektorengruppe, die von Michael Jordan angeführt wurde, am Jordan Creek entdeckt. Reiche Vorkommen an Gold und Silber wurden auch in den umliegenden Bergen entdeckt und 1864 wurde Silver City gegründet. Damals hatten es die Miners nicht realisiert, aber sie hatten eine der reichsten Hauptadern der USA entdeckt. In der Blütezeit hatte Silver City über 2500 Einwohner, heute sollen es noch 6 ständig dort lebende Einwohner sein. Von1866 bis 1934 war Silver Sity County Seat des Owyhee County.
Es war aber auch eine gewalttätige Stadt. Als zwei Minengesellschaften entdeckten, dass sie die gleiche Silberschicht - aus entgegengesetzten Richtungen - abbauten, brach ein "Underground Mining War" aus. Der Vorarbeiter einer Minengesellschaft wurde tief in einem Schacht erschossen und der Manager J. Marion More wurde bei einem Streit, der außer Kontrolle geriet, auf der Veranda des Idaho Hotel erschossen. Erst als Truppen von Fort Boise nach Silver City geschickt wurden, endete der "Mining War".
Heute stehen noch etwa 75 Gebäude, die in den 1860er bis 1900er Jahren erbaut wurden. Zum Glück wurde Silver City nie von einem Feuer zerstört wie so viele andere Orte in Idaho.
Die Häuser in Silver City sind alle in Privatbesitz. Aber wenn man durch den Ort geht, dann sieht man, dass der größte Teil des Ortes noch seinen alten Charakter bewahrt hat - trotz der renovierten Häuser.
Es gibt auch einen Campground. Dort befindet sich auch ein Parkplatz, den man wahrscheinlich im Sommer benutzen soll. Ich war wahrscheinlich der einzigste Tourist an dem Morgen und somit konnte ich den Wagen überall parken. Im Sommer ist auch ein Gift Shop und ein Hotel, in dem es auch für Tagesgäste etwas zu essen und Getränke gibt, geöffnet. In dem alten Hotel kann man sogar Zimmer zum Übernachten bekommen.

(Idaho Hotel)
Das Hotel wurde schon 1863 erbaut. Es war leider schon "for the Season" geschlossen.

(Brewery Vat)
Das Brauereifass wurde hier von Willi Hawes aufgestellt, der fast sein ganzes Leben in Silver City verbrachte. Während der langen und einsamen Winter hat Hawes, nachdem die Leute den Ort verlassen hatten, viele Dinge gebaut, u. a. eine Barraum-Miniaturszene. Diese befand sich in dem Fass, ist aber entweder durch Vandalen zerstört worden oder aber es wurde gestohlen. Mr. Hawes starb 1968 im Alter von 91 Jahren.
Ich lief weiter durch Silver City. Es gibt ein altes Schulhaus, eine Kirche - in der ein paar Mal im Jahr Gottesdienst abgehalten wird und einen Freimauerer-Tempel.

(Saloon and Drug Store)
Es war richtig kalt geworden, 28 Fahrenheit und es fing dann auch noch an zu schneien. Nur gut, dass ich eine Fleecejacke dabei hatte. Eigentlich hatte ich auch vorgehabt, mir den Cemetery und mindestens eine der alten Minen anzuschauen. Aber zu den Minen kommt man nur auf 4WD-Wegen und bei dem einsetzenden Schneefall habe ich darauf verzichtet.
Mir hat es sehr gut hier gefallen und ich wäre auch länger geblieben, aber der Schneefall machte mich etwas nervös, denn ich musste ja über den Pass wieder zurück fahren. Schweren Herzens machte ich auf den Rückweg.
Kaum kam ich aus den Bergen hinaus, wurde das Wetter wieder besser.
Beim Abzweig hielt ich noch einmal kurz bei den Infotafeln. Insgesamt war ich von hier fast 4 Stunden unterwegs gewesen. Als nächstes wollte ich zum Bruneau Canyon Overlook fahren. Der Bruneau River ist einer der Flüsse, die tiefe Canyons in das Owyhee Upland gegraben haben. Auf dem Weg zum Canyon kam ich auch am CJ Strike Reservoir vorbei. Hier hielt ich kurz an und machte eine kurze Lunchpause. Leider war es ziemlich windig.
Bei Bruneau fuhr ich rechts ab und nach kurzer Zeit ging es auf einer Gravelroad weiter. Die Fahrt durch die Owyhee Desert gefiel mir, aber ein Schild lies mich anhalten. Dort stand zu lesen, dass die Road durch militärisches Gebiet geht.
Es ist seltsam, aber ich schaute sofort nach oben, ob da nichts vom Himmel fiel. Aber es war kein Flugzeug zu sehen und so setzte ich die Fahrt fort. Aber ich schaute öfters nach oben, ob sich nicht doch etwas näherte. Ich hatte Glück und erreichte den Abzweig zum Bruneau Canyon Overlook. Das letzte Stück vor dem Canyon war etwas bumpy, man konnte nur langsam fahren. Wie nicht anders zu erwarten war, auch hier war ich ganz alleine und konnte den Ausblick genießen.


Der Overlook liefert einen wunderschönen Blick auf den Bruneau River, der einen tiefen und schroffen Canyon durch die vulkanischen Rhyolite- und Basalt-Schichten gegraben hat. Die spektakuläre Desert-Gorge ist 1300 Feet breit, 800 Feet tief und 60 Meilen lang. Es soll nur einen Zugang für Autos geben, um einen Blick in den Canyon zu werfen. Während einer kurzen Zeit im Frühjahr werden Schlauchboot-Trips durch den Canyon angeboten. Leider war es unangenehm windig und so hielt ich mich nicht allzu lange auf. Ich fuhr wieder zurück nach Bruneau und fuhr auf der ID51 weiter nach Osten. Kurz vor dem Snake River bog ich rechts ab auf die ID78 und erreichte nach kurzer Fahrt den Bruneau Dunes SP.
Nachdem ich den 4 $ Eintritt bezahlt hatte, fuhr ich zu den Dünen, die mit bis zu 140 Metern Höhe zu den größten in USA zählen. Ungewöhnlich ist, dass sie sich kaum verändern bzw. wandern, da der Wind gleichmäßig aus allen Richtungen bläst.
Als ich aus dem Auto ausstieg, wurde ich gesandstrahlt. Der starke Wind blies den Sand überall hin. Ich packte meine Kamera in eine Plastiktasche und zum Fotografieren lugte nur das Objektiv etwas aus der Plastiktasche heraus. Es gab nur wenige Stellen wo es relativ windstill war.
Eigentlich hatte ich vor, die große Düne hoch zu steigen, aber erstens war es schon spät und zweitens blies der Wind zu stark. So beschränkte ich mich nur auf einer kleine Düne herum zu laufen.
Beim Auto zurück musste ich etwas Sand ausspucken, es knirschte reichlich zwischen den Zähnen. Ich hatte mir heute Twin Falls als Übernachtungsort ausgesucht und fuhr über die Interstate 84 Richtung Twin Falls. Kurz vor Twin Falls gab es einen kleinen Stau, neben der Interstate hatte es gebrannt. Dieses Jahr war es das Feuer, das mich laufend ärgerte.
Da noch etwas Zeit war, wollte ich mir noch den Balanced Rock südlich von Buhl anschauen. In Buhl musste ich noch tanken, denn die Nadel war schon wieder weit unten gewesen. Die Sonne war schon ziemlich tief und ich dachte, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen würde. Aber mit den letzten Sonnenstrahlen erreichte ich den Balanced Rock, der fast wie ein Fragezeichen aussieht. Mit über 14,5 Meter hoch und 40 Tonnen schwer balanciert der Rock auf einem Podest von 90 cm x 43 cm.
Dann fuhr ich auf der US93 nach Twin Falls. Im Super 8 Motel habe ich ein Zimmer genommen und bin gleich zum einem Sizzler Steak House gefahren. Das Ribeye Steak hatte ich mir heute verdient. Dazu gab es eine leckere Folienkartoffel und im Motel noch ein Bier. Dabei sicherte ich die Bilder und schrieb Tagebuch. Auch heute kam ich erst spät ins Bett.