Gold Rush
Sonntag, 11.10.2009, Genoa, Gold Discovery SP, Sutter Creek
Heute bin ich erst um 07:00 Uhr aufgestanden. Das Frühstück war recht spärlich, deshalb war ich auch schnell fertig. Kurz vor 08:00 Uhr bin ich schon losgefahren. Auf den Strassen von Carson City war nichts los und so kam ich gut durch Carson City. Auf der US395 fuhr ich entlang der Carson Range nach Süden, aber schon nach ein paar Meilen bog ich rechts ab und fuhr nach Genoa.
Hier war aber nichts los, ich glaube die Bürgersteige waren noch hochgeklappt. Bei Thomas war es ein paar Monate früher ganz anders. Ich stellte den Wagen ab, schlenderte etwas durch den Ort und machte ein paar Fotos.
Genoa war das erste Settlement in Nevada und wurde 1851 gegründet. Dann machte wenigstens der Mormon Fort Park auf, aber man konnte hier auch nur ein paar Fotos machen.

Dann fuhr ich auf der NV207 weiter nach South Lake Tahoe. Obwohl es auf der Nebenstrasse wenig Verkehr gab, rasten einige Autos an mir vorbei. Warum wollten die nur so schnell zu Lake Tahoe? Ich kam mir wie auf der Nürburg Ring Rennstrecke vor. Je näher ich dem Lake Tahoe kam, desto bescheuerter fuhren die Leute. Auf dem Weg hinunter zum Lake Tahoe hatte man keinen vernünftigen Aussichtspunkt auf den See. Als ich auf die Road kam, die um den See herumgeht, war hier viel Verkehr. Das gefiel jetzt mir überhaupt nicht. Mir erschien es, als ob ganz Carson City einen Ausflug an den See gemacht hat. Es war fast eine Blechlawine, die sich um den See schob, zumindest in Saouth Lake Tahoe. Ursprünglich wollte ich einmal um den See fahren, aber jetzt wollte ich nur weg. Auf der US50 fuhr ich nach Westen, Richtung San Francisco. Einen Blick auf den Lake Tahoe konnte man auch nicht werfen, entweder versperrten Bäume die Sicht oder es standen Häuser davor. Aber ohne einen kurzen Blick auf den See wollte ich nicht fahren und suchte mir auf Nebenstrassen einen Zugang zum See (Thomas F Regan Memorial City Beach). Aber so toll war es hier nicht. Nach ein paar Fotos fuhr ich weiter.

Auf der US50 ging es weiter nach Westen bis Placerville. Hier kam mir der Gedanke, dass ich noch zum Marshall Gold Discovery SHP fahren könnte, ein großer Umweg wäre es nicht. Auf der CA49 fuhr ich nach Coloma zum Marshall Gold Discovery SHP.
Hier war seltsamer viel los, ein Parkplatz an der Strasse war nicht zu bekommen. Auch der große Parkplatz war fast voll. Am Eingang des Parkplatz sollte ich 10 $ bezahlen. Ich fragte, warum es so viel ist und man sagte mir, dass man Geld für den Erhalt des Parks sammelt. Der Staat California ist eigentlich pleite und muss Geld einsparen. Von der California Administration kam man auf die Idee, ein paar State Parks zu schließen. Hier in Coloma hat man ein Wochenende organisiert, das unter dem Motto stand: Coloma Gold Rush Live.
Für drei Tage verwandelte sich Colma in einen Ort der damaligen Zeit als Gold gefunden wurde. Dafür gab ich gerne 10 $, vor allem sah man auch Leute in ihren alten Kostümen. Ich parkte den Wagen und stürzte mich ins Getümmel.
James W. Marshall entdeckt 1848 Gold im South Fork des American Rivers. Dieses Ereignis führte zu der größten Massenbewegung in der westlichen Hemisphäre und war der Funken, der das spektakuläre Wachstum des Westens in den folgenden Jahrzehnten startete. Der Goldfundort bei Sutter's Sawmill ist eine der bedeutendsten historischen Stätten in den USA.
Zuerst schaute ich etwas an der Strasse um.
Am South Fork des American Rivers stand auch eine Sawmill.
In einer Hütte spielte jemand James C. Marshall und erzählte, wie er das Gold gefunden hatte.
Ein anderer erklärte wie man damals hier im Tal gelebt hat. Viel habe ich nicht behalten, aber eins doch: Der Anteil an Frauen, die damals beim ersten Goldfund hier lebten, betrug nur 5 %, reichlich wenig für die vielen Männer. Er erzählte weiter, dass es zu massiven Übergriffe der Männer auf die Indianer gab, die hier in der Gegend lebten. Es kam auch zu Massakern an den Indianern. Er meinte weiter, wenn damals genügend Frauen da gewesen wären, dann wäre es nicht zu den Massakern gekommen. Dann wären die Männer sanfter gewesen.
Auf der anderen Straßenseite hatte man eine Zeltstadt aufgebaut
und bei jedem Zelt wurde irgendetwas dargestellt, z. B. ein Doctor, Blacksmith, Tin Smith, Sattler, Gambling Tent, usw. Es war toll gewesen, die Geschichten bei den Ständen zu erfahren bzw. zu hören. An einem Stand erzählte eine Frau über ihren verstorbenen Mann und dass es doch so schwer war, die 6 Kinder zu ernähren.
Unter den Bäumen standen ein paar Bänke zum Ausruhen. Ein paar Musiker spielten hier Bluegrass. Ich setzte mich und hörte eine Zeitlang zu.
Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt, es gab ein paar Essenstände. In einem Laden gab es auch Eiscreme. Da es schön mollig warm war, genehmigte ich mir ein Eis - 2 (riesige) Scoops für 2,50 $.
Ich blieb ziemlich lange, aber am Nachmittag wurde es Zeit, weiter zu fahren. Die Fahrt nach San Francisco konnte ich vergessen, das würde ich heute nicht mehr schaffen. Aber ich wollte so weit fahren wie es ging. Auf der US50 war wieder viel Verkehr, was mir nicht so gefiel. Man kann fast sagen, dass ich mich in den einsamen Gegenden von Oregon, Idaho und Nevada viel wohler gefühlt hatte. Und so fuhr ich auf der CA49, die weniger befahren war, weiter.
In Sutter Creek habe ich noch einmal gehalten, es ist ein nettes Städtchen.
Auf den Bürgersteigen standen ein paar Orgelpfeifenspieler mit ihren Instrumenten. Heute war hier „Carousel Organ Ralley“. Ich war nur etwas zu spät angekommen, denn einige Orgelpfeifenspieler packten schon zusammen bzw. fuhren gerade ab.
Ich streifte die Hauptstrasse hinauf und wieder hinunter und machte ein paar Fotos.
Dann fuhr ich weiter, mein Ziel war Stockton. Als ich ankam, kam mir der Ort ziemlich trostlos vor. Nee, hier wollte ich nicht bleiben und deshalb fuhr ich auf der 99 nach Süden bis Modesto und checkte im Super 8 Motel ein. Von außen sah das Motel ziemlich teuer aus, aber das Zimmer sollte nur 63 $ incl. Tax kosten. Ich brachte das Gepäck ins Zimmer und ruhte mich erst einmal eine halbe Stunde aus.
Zum Abendessen genehmigte ich mir ein Ribeye Steak bei Sizzler. Als ich zum Motel zurück fuhr, war es schon dunkel. Im Zimmer sicherte ich die Bilder und schrieb Tagebuch. Dazu gab es die letzten beiden Budweiser aus der Kühlbox. Ich schaute noch ins Forum und ging, da ich doch müde war, bald ins Bett. Im Weather Channel hatte ich gesehen, dass das Wetter morgen wieder schlechter werden soll. Das war mir jetzt fast egal, die letzten Tage haben mich für die 3 schlechten Tage in Idaho entschädigt.
PS: Nichts ist schöner als einen Tagesplan umzuwerfen, dafür hatte ich leider keine Zeit mehr, mir San Francisco anzuschauen.