Und nach den letzten zwei Tagen noch
Ein kleines Fazit:
Was wollte ich eigentlich dort?
Erstens wollte ich auf alten Spuren wandeln, ich war 1987 u. a. im Nordwesten und 1992 in Washington und Oregon. Es sollte so etwas wie eine Revival Tour nach Oregon und Washington werden.
Zweitens wollte ich auch etwas Neues sehen, darum sollte es auch der Südosten von Oregon gehen.
Und was habe ich erreicht?
Von meiner „ursprünglichen Zielsetzung“ ist nicht viel übrig geblieben, eigentlich nur Oregon.
Und damit komme ich auch zu dem Titel. Es ist für mich nur eine „halbe Tour“ in den Nordwesten gewesen, Washington fehlte.
Da ich in den letzten Jahren immer etwas Pech mit dem Wetter hatte, hatte ich auch eine Ausweichtour im Gepäck gehabt - über Idaho in den Süden. Mir hat es in Idaho so gut gefallen, trotz teilweise schlechtem Wetter - dass ich es nicht mehr nach Washington geschafft hatte.
Wetter
Das Wetter war für meine Verhältnisse gut gewesen, nur 4,5 Schlechtwetter bzw. Regentage. Die Wärme/Hitze hat mir seltsamerweise nicht soviel ausgemacht und die Kälte sowieso nicht. Damit konnte ich zufrieden sein. Temperaturen von 28 Fahrenheit bis 96 Fahrenheit.
Flug
Ich hatte ein preiswerter Direktflug nach San Francisco; gebucht bei Lufthansa, Hinflug bei United mit einem kostenlosen Upgrade in die EcoPlus, Rückflug mit Lufthansa. Der Service bei Lufthansa war besser gewesen.
Auto
Durch den Unfall hatte ich zwei Wagen. Ein Unfall muss nicht sein, damit hat man nur Ärger und wenn es nur das Warten auf ein Ersatzfahrzeug ist.
Der Nissan wäre trotz 2WD für die Tour OK gewesen, die Backroads waren nicht so, dass ich 4WD hätte zuschalten müssen. Die Reifen hätten etwas besser sein können. Verbrauch: 10,9 Liter/100 km.
Der KIA hatte zwar 4WD und war für die Backroads auch OK gewesen, aber da er nur ein Notrad als Reserverad hatte, hatte ich öfters ein ungutes Gefühl. Die Reifen waren OK gewesen. Verbrauch: 10,6 Liter/100 km.
Leider waren beide Autos, besonders aber der KIA nicht besonders sauber. Innen waren sie reichlich verdreckt.
Ich sehe den KIA immer noch als einen PKW an, der zufällig 4WD hat und etwas höher war. Ich hoffe, ich bekomme bei meiner nächsten Reise wieder einen Jeep.
Gefahren bin ich 6932 Meilen. Die Benzinkosten waren höher als im Südwesten, im Schnitt habe ich 2,873 $/Gallon bezahlt.
Motels
Ich bin, wenn ich alleine Reise, kein Vorbucher und fühle mich wohl dabei. Ich buche nur das erste und das letzte Motel. Auf der Tour habe ich kaum nach Motels gesucht und ich habe meistens schnell etwas gefunden. Überwiegend habe ich in Super 8 und Days Inn übernachtet. Die Motels waren im Allgemeinen OK gewesen.
Essen
Bis auf wenige Ausnahmen habe ich nur morgens und abends gegessen. Tagsüber gab es nur einen Snack und Obst. Das Breakfast im Motel reichte mir vollkommen aus. Abends gab es öfters etwas aus dem Supermarkt - Brot, Wurst, Käse, Salat, Tomaten.
Hiking/Fahren
Ich bin dieses Mal wenig gelaufen und daher viel gefahren. Die Location, zu denen ich wollte, lagen aber auch verdammt weit auseinander.
Was hat mir nicht gefallen.
Nicht gefallen hat mir, dass es so viele Wald-/Buschbrände gab. Die haben meine Tour etwas beeinträchtigt. Und natürlich der Unfall mit der Wartezeit auf das neue Auto.
Was hat mir gefallen
Besonders gut hat es mir im Nordenwesten der Great Basin gefallen - Südosten von Oregon, Südwesten von Idaho. Hier nicht nur die Gulches und Canyons mit den fantastischen Felsformationen wie in der Leslie Gulch, sondern auch die Weite des Landes. Ich stellte es mir so richtig vor, wie damals die Siedler mit ihren Planwagen durch das Land gezogen sind. Ich kam mir öfters richtig klein vor.
Mein Gesamteindruck
Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, auch wenn ich nicht nach Washington kam. Es war alles dabei, was man sich so vorstellen kann - Meer, Sanddünen, Berge, Wälder, Seen, Flüsse, Vulkanlandschaften, Wasserfälle, Schnee, tiefe steile Canyons und Gorges, tolle Felslandschaften, Desert, Arches, Pillars, Ghost Towns, Mines und weites einsames Land. Wenn man das so liest, dann könnte man meinen, dass ich in ganz Amerika unterwegs war.
Und vor allem aber, die Kontakte mit den Einheimischen waren recht interessant. Die Gespräche mit den Locals geben mir eine Menge und ich bin immer wieder überrascht und erfreut von der Herzlichkeit, Freundlichkeit und Unkompliziertheit der Amerikaner. Ich glaube, davon können wir - die Deutschen - uns eine Scheibe abschneiden.
Meine Touren sind in den Augen einiger etwas chaotisch - was die Routenführung betrifft. Ich soll manchmal im Zick-Zack-Kurs fahren. Zumindest hat man sich dahin geäußert,
wo fährt denn der wieder lang, da muss ich doch einmal auf der Karte nachschauen. Und es wäre schön, wenn ich doch immer eine Map zu den Tagestouren hinzufügen würde, was ich natürlich gerne gemacht habe. Für mich war aber immer alles klar. Darum möchte ich Euch dieses Mal auch eine Map der gesamten Route zeigen.
Es ist doch klar eine Rundtour zu erkennen oder etwa nicht? OK, ich gebe es zu, es sind auch ein paar Schlenker dabei.
Danke, dass so viele mitgereist sind und ich hoffe, dass Euch die Tour und der Bericht gefallen haben, ich würde mich jedenfalls darüber sehr freuen. Und falls ich jemand animiert habe auch in den Nordwesten zu fahren, bin ich für Auskünfte jederzeit bereit.